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Gardasee

Insbesondere die Umgebung von Arco am Nordufer des Gardasees und das nach Norden führende Sarcatal sind bekannt für die hohe Konzenration an lohnenden Zielen für Sportkletterer. Durch das milde Klima kann man hier bereits im Frühling draußen klettern und gleichzeitig das einzigartige Ambiente genießen, das diese beinahe mediterane Landschaft in den Alpen bietet.
Ein Geheimtip ist das allerdings nicht und deshalb muss man die Freuden in der Regel mit vielen Gleichgesinnten teilen. Ich würde nach Möglichkeit die Osterferien, die Zeit um den 1. Mai und auch die Fronleichnam und Himmelfahrt meiden, da dann goßer Andrang an den Felsen und auf den Campingplätzen herrscht. Meinen eigenen "Kletterkünsten" entsprechend sind im folgenden eher die Gebiete genannt, die auch leichtere Touren bieten. Die 2006er Ausgabe des Führers "Klettern in Arco" von M. Manica, A. Cicogna und D. Negetti aus dem Versante Sud Verlag 55 Klettergebiete (Stand 2005) listet 80 Gebiete auf. Stoff für viele Besuche dieser schönen Gegend.

Klettergebiete:
Nago
Massone
Crosano
Red Point Wall
Preore
Val Lomasone

für die Anhänger gemäßigter Schwierigkeitsgrade:
Marciaga
Grola

oder mit Mehrseillängentouren:
Sonnenplatten


Nago

Dieses Klettergebiet liegt am nordöstlichen Ufer des Sees und bietet einen schönen Ausblick auf seinen nördlichen Teil. Ein Felsriegel der sich am Hang des Monte Bondone hinaufzieht bietet eine Vielzahl von Kletterrouten. Er ist südseitig ausgerichtet und die Vegetation bietet nur im unteren Teil Schatten. Dieses Gebiet wurde bereits in den 80er Jahren erschlossen, entsprechend haben einige der Touren schon etwas "Speck" angesetzt.

Tourenanzahl: 113
Wandhöhe: 30m
mittlerer Schwierigkeitsgrad: 6-7
Ausblick vom Klettergebiet

Meine Lieblingstour hier ist "Mario Polenta" (6a), steil und henkelig.
Das folgende Bild zeigt "Good Bye Stranger" (6a), auch ganz nett aber etwas kurz.
Route in Nago


Massone

Eher etwa für die Hardmover, unterhalb von 6a findet man hier nur wenige Anstiege, und diese sind dann auch noch ziemlich glatt poliert. Während ich die Politur in den gemäßigten Routen in 1997 noch akzeptabel fand, musste ich in 2006 feststellen, dass Massone für mich keine attraktives Ziel ist. Es ist bekannt für seine extremen Überhänge und auch wenn man die schweren Touren nicht klettern kann, sollte man sich das Ganze mal anschauen. Besonders beeindruckend ist der Sektor "Il Pueblo" mit den Routen für die wahren Experten.

Tourenanzahl: mehr als 140
Wandhöhe: 25-40m
mittlerer Schwierigkeitsgrad: 6-8


Crosano

Etwas abseits vom See findet man hier auch eine größere Anzahl von Routen, die leichter sind als 6a.


Marciaga

Ein schönes Gebiet mit vielen Anstiegen in den unteren Schwierigkeitsgraden. Es liegt in der Nähe von Garda am Ostufer des Sees am Rand eines Golfplatzes. Kein Strassenlärm, statt dessen himmlische Ruhe und tolle Ausblicke auf den See und in die Hügel des Umlandes.

Grola - Casa Verde

Dieses Gebiet liegt nicht mehr am Gardasee, sondern im Valpolicella. Wer sich in 6c Anstiegen warmklettert sollte sich ein anderes Gebiet aussuchen. Es gibt 142 Routen, wobei mehr als die Hälfte leichter als 6a ist. 67 Touren liegen im 6. Grad. Ein kleiner Wermutstropfen ist der starke Verkehrslärm, von der Autobahn aus dem Etschtal, der zu den Felsen herauf dröhnt. Zugang:
Man fährt auf der Brennerautobahn in Richtung Modena bis zur Ausfahrt Affi. Von dort Richtung S. Ambrogio. Von dort in Richtung Monte, nach 1.3 km der Schotterstraße nach links den Schildern "Agritourismo Casa Verde" bis zu dem Parkplatz folgen, an dem eine Schranke den Weiterweg versperrt. Dem Schotterweg zu Fuß etwa 150m weiter folgen, bis ein Pfad nach links zu den Kletterfelsen führt. Man muss dann noch zum Wandfuss hinab steigen (5min vom Parkplatz). Im Laden der Casa Verde kann man auch einen Kletterführer "Valpolicella" kaufen in dem das Gebiet ausführlich beschrieben ist.

Tourenanzahl: 143
Wandhöhe: 15-40m
mittlerer Schwierigkeitsgrad: 4-6

Sonnenplatten

Wie der Name schon sagt, ein imposanter Plattenschuss im Sarcatal. Wegen des Andrangs und der Geröllhaufen oberhalb der Platten, nicht ohne Steinschlaghelm zu empfehlen. Hier kann man Mehrseillängentouren klettern und fühlt sich fast wie im Gebirge.
Die Sonnenplatten (oder Placche Zebrate, wie sie die Italiener nennen) befinden sich 10km nördlich von Arco an der SS45.

Tourenanzahl: 23
Wandhöhe: 100-350m
mittlerer Schwierigkeitsgrad: 5/6

Red Point Wall

Hier gab es früher nur schwere Routen, der Zentralsektor weist nur an den Rändern Touren im 6. Grad auf, alles andere ist 7a und schwerer. Es wurden aber mittlerweile 2 weitere Sektoren neu erschlossen, die auch leichtere Anstiege bieten. Insbesondere in dem unteren Sektor haben wir im Oktober 2006 so raue Griffe gefunden, dass man schon vorsichtig hinlangen musste, damit man sich die Finger nicht aufriss. Besonders angenehm war für uns, dass wir das gesamte Gebiet an diesem Tag (es war ein Sonntag!) für uns allein hatten.
Man gelangt zur Red Point Wall, indem man in Arco beim Botanischen Garten in Richtung Laghel und weiter in Richtung Ceniga fährt.

Tourenanzahl: 44
Wandhöhe: 20-35m
mittlerer Schwierigkeitsgrad: 6/7

Preore-Croz de le Niere

Dieses Gebiet liegt etwas weiter entfernt von Arco (45km) in den Judikarischen Tälern. Es geht deshalb dort etwas ruhiger zu aber wer dem Rummel aus dem Weg gehen will, sollte die Fahrt ruhig mal in Kauf nehmen.
Außerdem ist es wirklich kinderfreundlich und der Parkplatz ist tatsächlich unmittelbar am Fuß des ersten Sektors. Das halte ich zwar nicht unbedingt für ein Qualitätsmerkmal aber wenn man wie wir ein Kleinkind dabei hat, kann das durchaus von Vorteil sein.

Tourenanzahl: 68
Wandhöhe: 15-25m
mittlerer Schwierigkeitsgrad: 5/6

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