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Einige Eindrücke und Erfahrungen von der Ausbildung zum Fachübungsleiter Hochtouren bei DAV

Die Ausbildung gliedert sich in drei Abschnitte: den Grundkurs Alpin, den Aufbaukurs Fels und den Aufbaukurs Eis. Es gibt mehrere Prüfungen zu Theorie, Lehreignung und zwei Führungstouren. Außerdem muss man zeigen, dass man das geforderte technische Können in Fels und Eis besitzt. Mehr Einzelheiten zu den Fachübungsleiterausbildungen gibt es beim DAV.
Ich habe den ersten Teil an der Darmstädter Hütte im Verwall absolviert.

Darmstaedter Huette und Umgebung

Der Grundkurs Alpin ist für die drei Ausbildungen Bergsteigen, Hochtouren und Alpinklettern identisch und in den Kursen sind deshalb in der Regel auch Anwärter für alle drei Varianten vertreten. In den Kursen gibt es 10-12 Teilnehmer und 2 Bergführer. Der Grundkurs Alpin enthält bereits eine Lehrübung und eine schriftliche Theorieprüfung. Außerdem wird das persönliche Können der Teilnehmer überprüft und diese erhalten am Ende des einwöchigen Kurses eine Empfehlung im Hinblick auf die Eignung für die gewählte FÜL-Ausbildung.
Das folgende Foto zeigt mich bei einer Übung zur Spaltenbergung.

Spaltenbergung im Verwall

Neben praktischen Themen wie Spaltenbergung, Standplatzbau gibt es auch Theorie wie Orientierung, Wetter und Ausrüstungskunde aber auch mehrere Touren. Ich habe während der Ausbildung viel gelernt und sie hat mir auch Spass gemacht. Man muss natürlich auch etwas tun und der Druck nimmt von Kurs zu Kurs zu. Andererseits ist man in einer Gruppe Gleichgesinnter unterwegs und ich habe immer sehr angenehme Mitstreiter gehabt, die sich gegenseitig unterstützt und aufgebaut haben.
Meine Ausbildung habe ich auf 3 Jahre verteilt, also im zweiten Jahr einen weiteren Kurs von 1 Woche, im dritten Jahr dann 10 Tage. Es gab auch Teilnehmer, die alles in einem Jahr hinter sich gebracht haben, zwei ganz Harte sogar alle drei Teile unmittelbar hintereinander. Die beiden haben dann aber hinterher auch zugegeben, dass sie zwischen dem zweiten und dem letzten Abschnitt lieber eine Pause gehabt hätten.

Die zweite Ausbildungswoche, den Aufbaukurs Fels, habe ich im Juli 2007 in den Tannheimer Bergen durchgeführt. Wir waren in der gemütlichen Tannheimer Hütte untergebracht und die Stimmung war trotz des bescheidenen Wetters prima. Neuschnee bis unterhalb 2000m entsprach eigentlich nicht dem erwarteten Sommerwetter. Die Ausbildungsinhalte werden in der Regel trotzdem durchgezogen, auch wenn die Ausbilder (zwei Bergführer aus dem Bundeslehrteam des DAV) versuchen, die aktuelle Wetterlage möglichst zu berücksichtigen.
In diesem zweiten Teil der Ausbildung wird das persönliche Können im Fels (IV-V nach UIAA) geprüft, sowie die Lehreignung in Form von kurzen Ausbildungseinheiten, die man eigenständig vorbereiten und durchführen muss. Beispiele für die Themen solcher Lehrübungen sind "Standplatzbau", "Abseilen", "Seilkommandos", "Legen von Klemmkeilen" oder ähnliche Themen, die man in 20 bis 30 Minuten den anderen Teilnehmern, die dazu als "Anfängergruppe", "Alpinkletterkurs" oder vergleichbar definiert werden.

Gimbel ueber Tannheimer Huette

Der letzte Teil meiner Ausbildung führte mich dann im Juli 2008 in die Ötztaler Alpen zum Taschachhaus. Die Hinfahrt und den Zustieg zum neu renovierten, großzügigen und komfortablen DAV Ausbildungsstützpunkt Taschachhaus absolvierten wir schon mal im Regen und so hatten wir auch gleich eine beträchtliche Neuschneeauflage (ca. 40cm) für unsere Touren. Die Wahl der besten Spur blieb dadurch uns angehenden Fachübungsleitern überlassen, ohne dass unser Urteil durch die Fußabdrücke anderer Bersteiger beeinflusst wurde. Auch unsere Kondition konnte bei Spuren gleich getestet werden. Am zweiten und dritten Tag hatte wir dann blauen Himmel und soviel Sonne, dass es unserer Gesichtshaut schon wieder zuviel wurde. Einer der beiden Ausbilder sagte danach: "Ich glaube, ich habe Sonnenbrand auf der Zunge."

Petersenspitze Nordwand

Wir haben die beiden Tage für Touren genutzt und uns fleißig durch den Neuschnee gewühlt. Der Ablauf des Kurses im Telegrammstil war folgendermaßen:

Steileispruefung

Wie man sieht war das wieder ein volles Programm, hinzu kam die Anspannung und die Ungewißheit, ob sich die ganze Plackerei auch lohnt und man nicht am Ende doch noch durchfällt. Für die meisten von uns (8 von 10 Teilnehmern) ging es dann aber doch gut aus und wir dürfen uns seit Juli 2008 Fachübungsleiter Hochtouren nennen.

   © 2008 by J. Dersch•   juergen@jdersch.de